Funktionelle Bauchschmerzen – wenn Zuhören gefragt ist

Die Erleichterung bei den Eltern ist groß! Der Arzt hat das Kind untersucht und keine körperlichen Ursachen finden können. Aber gleich darauf folgen Verwirrung und eine gewisse Ratlosigkeit: Was sind denn funktionelle Bauchschmerzen? Mein Kind hat nichts?? Warum hat es aber trotzdem Schmerzen? Der Arzt wird jetzt mit Ihnen reden wollen. Gibt es vielleicht eine versteckte Ursache?

 

Erfahren Sie in diesem Artikel:

Was mit funktionellen Bauchschmerzen gemeint ist

Was es bedeuten kann, wenn diese bei Ihrem Kind festgestellt werden

Wie Sie Ihrem Kind bei Bauchschmerzen helfen können

Was sind funktionelle Bauchschmerzen?

Bauchschmerzen ohne ersichtlichen Grund sind im Kindesalter sehr häufig. Vor allem bei den jüngeren Kindern bis etwa zehn Jahre. Dabei kann man  meistens keine Erkrankung feststellen. Etwa neun von zehn Kindern sind organisch gesund. Sie fühlen aber die Schmerzen und leiden manchmal erheblich darunter.

 

Neben den chronischen Beschwerden entwickeln die Kinder oft eine gewisse Ängstlichkeit. Sie rechnen schon im Vorfeld damit, Bauchweh zu bekommen. Diese negative Erwartungshaltung sollten die Eltern einfühlsam zerstreuen. Der Kinderarzt wird erst gründliche Untersuchungen vornehmen und ein ausführliches Gespräch führen, bevor er die Diagnose „funktionelle Bauchschmerzen“ stellt. Das bedeutet, er hat keine Ursachen feststellen können.

 

Die Unterscheidung zwischen akuten Bauchschmerzen, die sich bei einem Infekt einstellen können, und wochen- bis monatelang wiederkehrenden Bauchschmerzen ist zum Verständnis wichtig. Die wiederkehrenden (rezidivierenden Bauchschmerzen) sind in der Regel nicht so stark, beeinflussen aber das Leben der Kinder und ihrer Familien umso mehr.

 

Je nach Lage, Häufigkeit und Begleiterscheinungen gibt es dabei unterschiedliche Gruppen.

Eher selten sind funktionelle Oberbauchbeschwerden („Reizmagen“), bei denen Missempfindungen und Schmerzen oberhalb des Nabels auftreten. Sie können begleitet sein von Übelkeit, Erbrechen, Magenbrennen, Völlegefühl und Blähungen.

 

Die abdominelle Migräne führt wie ihre bekanntere Variante im Kopf zu heftigen Beschwerden. Sie dauern mindestens eine Stunde an und werden von Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Lichtscheu und Blässe begleitet. Ein typisches Symptom ist, dass die Kinder dazwischen meist völlig beschwerdefrei sind. Außerdem setzen die Schmerzattacken plötzlich ein und verlaufen immer recht gleichförmig.

Trauriges Mädchen mit Bauchschmerzen

Häufig ist dagegen das Reizdarmsyndrom. Es betrifft fast die Hälfte der Kinder mit funktionellen Störungen. Die Bauchschmerzen sind auf die Nabelgegend beschränkt. Sie stehen in Zusammenhang mit Durchfall oder zu hartem Stuhl und werden besser, wenn das Kind erfolgreich auf der Toilette war.

Woran können Sie funktionelle Bauchschmerzen erkennen?

Starke Hinweise liegen vor, wenn Ihr Kind

Eher diffuse Schmerzen in der Nabelgegend hat und nicht im Ober- oder Unterbauch

Nachts beschwerdefrei ist

Sich trotz der Schmerzen noch ablenken lässt und sie beim Spielen vergessen kann

Gleichzeitig unter einer emotionalen Belastung steht

Keine weiteren Symptome hat wie hohes Fieber, starken Durchfall, eine harte Bauchdecke oder starkes Erbrechen

Viele Kinder, die zu funktionellen Bauchschmerzen neigen, haben auch Kopfschmerzen

Die besondere Situation bei kleineren Kindern

 

Jüngere Kinder unter acht Jahren können Schmerzen im Bauch noch nicht richtig wahrnehmen. Sie können weder den Ort des Schmerzes genau angeben, noch dessen Art wie stechend oder dumpf unterscheiden oder beschreiben. Manchmal klagen sie sogar über Bauchschmerzen, obwohl eigentlich der Kopf wehtut. Ihre „innere Landkarte des Körpers“ ist noch sehr ungenau.

 

Bei noch kleineren Kindern unter vier Jahren sind viele körperliche Strukturen noch gar nicht ausgereift. Das betrifft besonders die Nervenverbindungen vom Darm zum Gehirn. Daher zeigen kleine Kinder auf Nachfrage fast immer auf den Bauchnabel oder dessen Nähe.

Woran liegt es nur – den Ursachen auf der Spur

Hat der Arzt organische Ursachen ausgeschlossen, beginnt die Suche nach den möglichen Auslösern. Diese betreffen mehrere Bereiche.

 

 

Veränderungen der Darmflora

 

Der Darm ist besiedelt von verschiedensten Darmbakterien, die dem Menschen bei der Verdauung helfen. Bei kleinen Kindern baut sich diese Darmflora erst auf. Möglich sind chronische Bauchschmerzen, wenn sich das gesunde Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Bakterienstämmen der Darmflora verschiebt. Wenn schädliche Bakterien zunehmend die nützlichen Darmbakterien verdrängen. Unbemerkt können kleine Mikro-Entzündungen in der Darmschleimhaut entstehen wie nach einer Infektion.

 

 

Eine erhöhte Empfindlichkeit

 

Der Magen-Darm-Trakt ist über viele Nerven mit dem Gehirn verbunden und sendet ständig Signale. Man spricht von der Darm-Hirn-Achse. Einige Kinder und Jugendliche scheinen ein besonders sensibles Nervensystem zu haben. Für sie sind normale Reize wie eine durch Nahrung gedehnte Darmwand bereits schmerzhaft.

 

Es gibt Hinweise darauf, dass sich diese besondere Empfindlichkeit nach einem Magen-Darm-Infekt entwickeln kann, der „nie ganz wegging“. Durch die überstandene Erkrankung hat sich bei den Kindern die Wahrnehmungs- und Schmerzschwelle gesenkt. Sie klagen dann eher über chronischen Bauchschmerz.

Soziale Belastungen – Familie, Schule und Freunde

Die Stimmung Ihres Kindes wirkt sich ganz entscheidend darauf aus, wie es Empfindungen im Bauch deutet. In Glücksmomenten „flattern Schmetterlinge“ im Bauch. Ein Bauchgrummeln wird dann leicht weggesteckt oder sogar positiv gedeutet. Dagegen können seelisch belastende Situationen dazu führen, dass ganz normale Vorgänge im Magen-Darm-Bereich schmerzhaft empfunden werden.

Mädchen wird von zwei anderen Mitschülerinnen gemobbt

Bauchweh tritt gehäuft in Umbruchsituationen auf und kann ein Hinweis auf Ängste oder vermehrten Stress sein. Typische Phasen sind ein Umzug, ein Schulwechsel oder einschneidende familiäre Ereignisse wie Todesfälle, Trennungen oder die Geburt eines Geschwisterkindes. Auch wiederholte Konflikte und Streit können sehr belasten.

 

Das gilt auch für Situationen an der Schule. Versuchen Sie herauszufinden, was Ihr Kind in der Schule erlebt.

Meist denken die Eltern an Stress wegen der Verdichtung des Lernstoffs, aber auch Unterforderung kann dazu führen. Fehlender Gruppenanschluss bis hin zu Mobbing kann großen Stress verursachen. Auch erster Liebeskummer kommt infrage.

 

Ein Blick lohnt sich: Wie voll ist der private Terminkalender? Es ist wichtig für Kinder, in einem Sportverein oder in der Musikschule aktiv zu sein. Dazwischen brauchen sie aber auch immer wieder Phasen einer echten Auszeit ohne verpflichtende Termine. Wichtig ist die Balance, damit neben den Belastungen in der Schule kein zusätzlicher „Freizeitstress“ aufkommt.

Kinder können ihre Gefühle noch nicht gut mitteilen. Schmerzen sind dann ihre Art, Probleme zu verarbeiten. Sie sind das, was sich nach außen zeigt. Manchmal mögen sie ein Hinweis auf innere Konflikte sein oder auch nur unbewusst ein Bedürfnis nach Aufmerksamkeit ausdrücken.

Wie können Sie Ihrem Kind helfen?

Gesundes Essen

 

Bei funktionellen Beschwerden steht nicht so sehr im Vordergrund, was Ihr Kind isst. Es sollte sich natürlich dennoch ausgewogen und gesund ernähren. Viele Eltern vermuten hinter den Bauchschmerzen eine Nahrungsmittelunverträglichkeit. Dies ist aber nur selten die Ursache.

Verstopfung – eine sehr häufige Ursache von Bauchschmerzen

 

So erkennen Sie eine Verstopfung:

Das Kind hat Schmerzen beim Stuhlgang, weil der Stuhl sehr hart ist

Es ist immer mal wieder Stuhlgang in der Unterhose

Ist es erfolgreich, sind die Mengen manchmal sehr groß

Das Kind lässt sich Gründe einfallen, um nicht auf Toilette gehen zu müssen; die Abstände verlängern sich

Es weiß nicht mehr, wann es zum letzten Mal auf der Toilette war

Auf der Toilette nimmt es ungewöhnliche Positionen ein oder macht auffällige Bewegungen

Kleine Helfer von Innen – Milchsäurebakterien

Präparate mit Milchsäurebakterien wie BiGaia® Kautabletten setzen auf die „Mitarbeit“ von nützlichen Bakterien, um gestörte Gleichgewichte in der Darmflora wieder herzustellen. Lactobacillus reuteri ist ein solches förderliches Bakterium und bei Bauchschmerzen für Kinder ideal.

 

Gerade Lactobacillus reuteri hat positive Effekte auf eine Reihe von Beschwerden. Diese sind bereits durch die BiGaia® Tropfen vielen schon bekannt. So stimuliert das Milchsäurebakterium das Immunsystem und wirkt günstig auf den Darm ein (Aufbau der Zellstruktur und Darmzotten), wodurch Entzündungen vermieden werden. Ferner verdrängt es schädliche Bakterien. Nach und nach entsteht so wieder eine gesunde Darmflora. Lactobacillus reuteri wirkt zudem nachweislich regulierend auf die Nervenbahnen ein, vermindert damit Überempfindlichkeiten und fördert maßvoll gesunde Darmbewegungen.

 

In ihrer Gesamtwirkung erreichen Produkte mit den richtigen Milchsäurebakterien, dass die Kinder weniger unter Schmerzen leiden und sich ihre allgemeine Lebensqualität erhöht.

Wirkungsweise Probiotika - Infografik

Milchsäurebakterien haben zahlreiche positive Effekte: Sie stärken die Darmflora, die Darmschleimhaut und das Immunsystem. Ferner regulieren sie die Darmbewegung und das gesunde Bakteriengleichgewicht und haben einen lindernden Einfluss auf Schmerzen und Entzündungen.

BiGaia-Kautabletten

BiGaia® Kautabletten enthalten das natürlich vorkommende Milchsäurebakterium Lactobacillus reuteri DSM 17938 und dienen der Behandlung von funktionellen Bauchschmerzen bei Kindern und Jugendlichen.

 

BiGaia® Kautabletten:

Reduzieren die Häufigkeit und Stärke von funktionellen Bauchschmerzen

Enthalten den bewährten Lactobacillus reuteri

Wirksamkeit in Studien nachgewiesen

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Medikamente

 

Medikamente gegen Schmerzen sollten nur kurzfristig und unter vorheriger Rücksprache mit Ihrem Arzt gegeben werden. Grundsätzlich sind sie nicht für einen längeren Zeitraum zu empfehlen.

Schonung und Schulfrei?

 

Als Eltern mit Bauchschmerz-Kindern sollten Sie sich möglichst in die Welt Ihres Kindes einfühlen und sich in „seine Schuhe stellen“: Wo könnten belastende Probleme liegen? Wie könnten Sie diese mit Ihrem Kind zusammen lösen?

 

Sie wissen von Ihrem Kinder- und Jugendarzt, dass hinter den Bauchschmerzen keine schwere organische Ursache steckt. Diese Gewissheit und Zuversicht sollten Sie Ihrem Kind vermitteln. Versuchen Sie deshalb, nicht auf alle Schmerzphasen deutlich mit Sorge oder Beunruhigung zu reagieren. Klagt Ihr Kind über Schmerzen, nehmen Sie sich die Zeit und fragen nach, was das Kind gerade fühlt. Sie können dann gemeinsam einen Tee trinken, eine Wärmflasche zubereiten oder was sonst immer gut getan hat. Dann sollte das Kind aber unbedingt wieder mit den Alltagsaktivitäten weitermachen.

 

Grundsätzlich gilt: Aktivierung statt Schonung.

 

Nach und nach entwickelt das Kind seine eigene Bewältigungsstrategie und durchbricht die alten Wahrnehmungsmuster von Sorgen, Niedergeschlagenheit oder Ängsten. In diese Richtung wirken auch Yoga-Kurse, melden Sie sich mit Ihrem Kind für einen „Schnupperkurs“ an und probieren Sie es aus. Kinder lernen, wenn positives Verhalten ermutigt und belohnt wird.

Neues Verhalten lernen

Kinder im Schwimmbad

Ein wesentlicher Bestandteil der Therapie ist das Erlernen neuer Verhaltensweisen. Ihr Arzt wird dieses mit Ihnen besprechen wollen. Vereinzelt gibt es auch altersgerechte Schulungsangebote für Kinder ab fünf Jahren mit ihren Eltern. In ihnen können individuelle Fragen ausführlich beantwortet und maßgeschneiderte Lösungen für die Familie gefunden werden.

Wirkt Ihr Kind nicht zu stark beeinträchtigt, ermuntern Sie es immer wieder, in Bewegung zu bleiben!

Eine gute Hilfestellung gibt auch das Informationsvideo des Deutschen Kinderschmerzzentrums in Datteln: „Den Schmerz verstehen – und was zu tun ist in zehn Minuten“. Sie finden es beispielsweise über die Homepage der Gesellschaft für pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung e. V. (www.gpge.de/elternkinder/) oder direkt bei YouTube.

Wann zum Arzt?

Wenn die Bauchschmerzen immer wieder auch nachts kommen und das Kind von ihnen aufwacht

Wenn sie zusammen mit wiederkehrendem Erbrechen auftreten

Wenn sie plötzlich, heftig und so stark auftreten, dass Ihr Kind nichts anderes mehr machen kann

Wenn die Bauchdecke zudem empfindlich, hart und gespannt ist

Wenn sie gleichbleibend stark länger als einen Tag anhalten

Wenn Fieber, Erbrechen, Schüttelfrost, Durchfall, Schmerzen beim Wasserlassen oder Gelenkschmerzen dazu kommen

Wenn sich die Schmerzen durch Wärme (warmer Bauchwickel, Wärmflasche) verstärken

Wenn Blut im Stuhl auftritt

Wenn immer wieder die gleiche Stelle als schmerzend benannt wird

Wenn das Kind in den vergangenen Wochen abgenommen hat

Wenn bei Mädchen Menstruationsprobleme anfangen

Wenn sich das Kind wegen der Schmerzen einigelt, Kontakte abbricht, Hobbies oder sonst übliche Tätigkeiten einstellt und nicht mehr in die Schule möchte

Fazit – Wissen auf den Punkt gebracht

Bei funktionellen Bauchschmerzen wirken mehrere Faktoren zusammen. Ist Ihr Kind davon betroffen, sollten Sie es an die Hand nehmen und gemeinsam  auf eine kleine medizinische Entdeckungsreise gehen. Lernen Sie beide, wie Verdauung funktioniert, wie der Körper wächst und wie Stress ihn beeinflussen kann.

 

Beobachten Sie, wie Ihr Kind normalerweise auf Schmerzen und Ängstlichkeit reagiert. Bestimmt fallen Ihnen Ablenkungsmanöver ein wie Spiele mit ein bisschen Bewegung. Steuern Sie mit neuen Abläufen oder Routinen gegen alte Muster. Besprechen Sie dieses regelmäßig mit Ihrem Kinderarzt.

Gut zu wissen: Funktionelle Bauchschmerzen im Kindesalter sind relativ einfach zu diagnostizieren. Es gibt zwar keine allgemeingültige Therapie. Die Aussichten auf Besserung und Genesung Ihres Kindes sind aber gut, je früher Sie als Eltern eingreifen. Das ist wichtig, denn meistens müssen Denk- und Verhaltensmuster zum Positiven geändert werden. Das betrifft oft die gesamte Familie und benötigt daher etwas Geduld. Selbst dann: Eine gewisse Veranlagung für Bauch- und auch Kopfschmerzen scheint häufig vorzuliegen. Zeigen Sie liebevolles Verständnis für die Schmerzen Ihres Kindes.

Kind liegt eingewickelt auf einer Liege