Probleme in der Stillzeit

Muttermilch ist unübertroffen. Fast jede Schwangere möchte ihr Kind auch stillen. Aber es kann anders kommen. Viele Frauen kennen die typischen Probleme: kleine Ratlosigkeiten, schlaflose Nächte, Spannungen in der Familie bis hin zu heftigen Schmerzen. Einige sind so alt wie die Menschheit. Andere vielleicht der moderne Anspruch an sich selbst, immer funktionieren zu müssen.

 

Erfahren Sie in diesem Artikel:

Wie der Start ins Stillen gelingen kann, selbst wenn nicht alles nach Plan läuft

In welchen Situationen Mütter die meisten Antworten suchen

Dass nur wenige Probleme ein Abstillen erfordern

Das Bonding

Ihr ganz persönlicher Weg zum Stillen beginnt schon sehr früh. Ist das Baby endlich auf der Welt, geht es meistens sehr schnell und schon liegt es bei der Mutter auf dem Bauch. Dieser erste Kontakt noch innerhalb der ersten Stunde (Bonding) ist für den Beziehungsaufbau wichtig. Das Neugeborene kann das erste Mal angelegt werden. Die einzigartige Mutter-Kind-Bindung entsteht.

 

Die Milchmenge ist am Anfang noch sehr gering, aber umso wertvoller. Besonders gehaltvoll und gesund ist die allererste Muttermilch, das Kolostrum. Die Milchmenge steigt langsam, wenn Sie in den ersten Stunden und Tagen das Kind immer häufiger und länger anlegen. Regelmäßiges Anlegen ist wichtig, soll der Milchfluss in Gang kommen.

Stillen nach Kaiserschnitt

Bei einem geplanten Kaiserschnitt oder auch bei einer normalen Geburt sprechen Sie am besten vorher in der Klinik an, dass Sie stillen möchten. Auch Kaiserschnitt-Babys sollten so bald wie möglich zu ihren Müttern kommen und diese sie anlegen dürfen. Umso leichter gelingt der Einstieg ins Stillen. Meist wird Ihnen schon ein Bonding direkt im Operationssaal ermöglicht.

 

Sollte das Baby unerwartet per Kaiserschnitt geholt worden sein, kann sich das erste Beisammensein aus medizinischen Gründen verzögern. Dauert die Trennung länger als etwa sechs Stunden, sollte der Milchfluss durch eine Milchpumpe angeregt werden. Die Mutter wird sich noch eine Weile von der Narkose erholen. Und auch die Babys brauchen Zeit, um in die neue Situation hineinzuwachsen. In dieser Phase ist besonders viel Geduld gefragt und immer wieder neues Anlegen.

Stillen nach Kaiserschnitt

Kleiner Tipp: Die richtige Stillposition zu finden, kann für Frauen nach einem Kaiserschnitt schwierig sein. Die Mutter kann nicht sitzen und das Kind nicht auf ihrem Bauch liegen. Stillt sie in Rückenlage mit dem Kind seitlich am Brustkorb, wird kein schmerzhafter Druck auf die frische Wunde ausgeübt. Reichlich unterstützt von Kissen und Handtüchern wird auch der Bauch geschützt. Ein Stillkissen kann eine große Hilfe sein.

Frühchen

 

Wenn Ihr Kind nicht voll ausgetragen auf die Welt gekommen und gesund ist, können Sie zuhause zusätzliche Beratung von einer Hebamme in Anspruch nehmen. Sie und Ihr Frühchen sind gerade in einer besonderen Lebenssituation. Da ist es tröstlich, sich nicht alleine und ohne fachliche Unterstützung zu fühlen. Zögern Sie bitte nicht, sich Ihr Leben und das Ihres Kindes erleichtern zu lassen.

Die ersten Stunden

Wenige Stunden nach der Geburt beginnt oft schon der Milcheinschuss. Er betrifft beide Brüste. Sie sehen prall aus, spannen deutlich und schmerzen gelegentlich. Die Haut ist gerötet und die Körpertemperatur kann bis 38,4 °C steigen. Die einschießende Milch ist aber nicht alleinige Ursache für die stark gefüllten Brüste, sondern vielmehr ein Lymphstau im Brustgewebe.

 

Eine sanfte Massage lässt die Lymphe wieder abfließen. Kinderkrankenschwestern, Hebammen und Stillberaterinnen kennen helfende Griffe. Dazu gehört die Technik RPS (Reverse Pressure Softening). Sie erleichtert das Anlegen. Wählen Sie Stillpositionen mit wenig Druck auf den Busen.

 

Die Milchgänge sollten nun oft und möglichst vollständig vom Baby geleert werden. Dann bleibt das Risiko für einen Milchstau oder gar für eine Brustentzündung gering.

 

 

Das hilft bei gespannten Brüsten:

Vor dem Stillen Wärmen: 2–3 Minuten feucht-warme Umschläge

Nach dem Stillen Kühlen: 20 Minuten Umschläge, zum Beispiel mit Kohlblättern oder Quark

Bakterienflora in den Milchgängen aufbauen mit Milchsäurebakterien

Regelmäßiges Anlegen

Lesen Sie dazu auch die vertiefenden Artikel „Schmerzen beim Stillen“ und „Brustentzündung“. Letzterer behandelt speziell die Zusammenhänge zwischen einem Milchstau und einer bakteriellen Infektion mit der Brustentzündung (Mastitis).

Medikamente in der Stillzeit

Sollten Sie Medikamente benötigen, lassen Sie sich grundsätzlich von Ihrem Fach- oder Frauenarzt beraten. Das gilt besonders bei chronischen Krankheiten, wenn Arzneimittel über eine längere Zeit hinweg genommen werden. Es gibt eine große Vielfalt an Medikamenten und Alternativen, die auch für die Stillzeit zugelassen sind und kein Abstillen erfordern. Informieren können Sie sich auf Embryotox.

 

Verhütungsmittel mit Östrogenen wie die Pille sind nicht geeignet. Sie verringern die Milchmenge.

 

Sollten Sie vorübergehend eine Stillpause einhalten müssen, ist der spätere Wiedereinstieg ins Stillen möglich. Erhalten Sie den Milchfluss aufrecht durch regelmäßiges Abpumpen.

Medikamente in der Stillzeit
Mit Medikamenten können Sie ist in der Regel weiterstillen. Nehmen Sie Arzneimittel am besten nach dem Stillen, wenn das Kind am längsten schläft. Ist das Kind krank, sollten Sie auf jeden Fall weiterstillen.

Welche Arzneimittelwirkstoffe finden sich in der Muttermilch wieder?

 

Wichtig ist, wie „beweglich“ der Wirkstoff ist und in welchen Konzentrationen er wann im Blutplasma der Mutter vorliegt. Sind die Moleküle klein und hoch konzentriert, finden sie sich auch in größeren Anteilen in der Muttermilch. Manchmal binden sich Wirkstoffe an andere Stoffe wie Eiweiße und werden dadurch unbeweglicher. Dann reichern sie sich nur in der Milch an, wenn sie fettlöslich sind.

 

Kleiner Tipp: Lassen Sie sich in baby- und kinderfreundlichen Apotheken beraten. Bei alltäglichen Beschwerden greifen Sie besser auf erprobte Hausmittel wie Inhalationen und Umschläge zurück.

 

 

SOS bei stärkeren Schmerzen

 

Gegen Schmerzen gibt es stillverträgliche Schmerzmittel wie Paracetamol und Ibuprofen. Für längere Zeiträume oder höhere Stärken sollten Sie sich erkundigen. Unproblematisch sind kurzzeitige und nur lokal gegebene Betäubungsmittel wie bei einer Zahnarztbehandlung.

 

Auch wenn Sie glauben, schon irgendwie durchzuhalten: Sorgen Sie für sich und lassen Sie ein Familienmitglied in der Apotheke nach einem geeigneten Schmerzmittel fragen. Bei Schmerzen und Anspannung der Mutter kann der Milchspendereflex gehemmt sein. Besonders während der Anfangszeit kann dadurch das Stillen durcheinandergeraten.

Zu viel oder zu wenig Milch?

Man kann es ja nicht sehen oder wissen: „Wie viel Milch bekommt mein Baby eigentlich beim Stillen? Habe ich genug?“ Nicht bei allen Frauen tritt die Milch offensichtlich stark aus. Die Natur regelt dieses normalerweise von allein. Die Milchmenge passt sich dem wechselnden Bedarf des Babys an, auch schon nach wenigen Tagen. Anfängliche Beschwerden klingen meist rasch ab und sind kein Thema mehr.

 

Kleiner Tipp: Viel Kontakt zum Kind wie eingekuscheltes Tragen am Körper fördert die Milchbildung.

 

Das Baby hat unterschiedlichen Appetit. Wächst es, hat es häufig Hunger. Die Mutter legt es dann öfter an und bildet entsprechend mehr Milch. Auch Phasen mit geringerem Appetit – wie nach Impfungen oder bei Infektionen – kommen vor. Alles in Ordnung, solange das Kleine normal zunimmt!

 

Die „U-Untersuchungen“ beim Kinderarzt sind in der Anfangszeit besonders engmaschig. Nehmen Sie diese wahr. Auf Gedeihstörungen wird bei der Früherkennung regelmäßig geachtet. Haben Sie Zweifel oder Befürchtungen, sollten Sie diese gleich in der Praxis ansprechen. Oder später Ihre Hebamme fragen.

„Zu wenig“ oder „zu viel“ Milch ist medizinisch gesehen nach Hebammen-Meinung sehr selten. Das gilt für alle Brustgrößen!

An die Brust, von der Brust

Das richtige Anlegen ist das A und O beim Stillen. Entspanntes Sitzen oder Liegen in einer bequemen Stillposition ist eine kleine Erholungspause für die Mutter und fördert ganz nebenbei den Milchfluss.

 

Anlegen mit dem „C-Griff“

 

Sie können Ihre Brustwarzen vor dem Anlegen mit dem so genannten C-Griff etwas herausformen. Das hilft den Babys beim Ansaugen und beugt Müttern wunde Brustwarzen vor. Dazu mit einer Hand die Brust greifen, mit dem Daumen von oben und den Fingern von unten. Sobald das Baby den Mund weit aufmacht, ziehen Sie es eng zu sich heran. Das Mündchen sollte die Brustwarze und einen großen Teil des Brustwarzenhofes umfassen.

 

Kleiner Tipp: Damit das Baby den Mund auch gut öffnet, erst mit der Brustwarze an Unterlippe oder Kinn streicheln. Sieht das Kind Sie an, den eigenen Mund weit aufmachen. Die Spiegelneuronen sind bei Neugeborenen bereits aktiv. Das Baby wird Sie nachahmen.

Hilfe bei sehr großen und prallen Brüsten

 

Bei einem großen oder sehr vollen Busen kann es dem Baby schwerfallen, die Brustwarze richtig mit dem Mund zu umfassen. Hier können Ausstreichen oder etwas Abpumpen mit einer Milchpumpe vor dem Stillen die Lösung sein. Halb liegend auf dem Rücken zu stillen oder im Sitzen das Baby auf dem Stillkissen neben sich zu haben, finden viele Frauen mit großem Busen angenehm.

An der Brust füttern

Immer richtig „abdocken“

 

Ein Baby kann sehr kräftig Saugen. Beim Abnehmen ist daher immer erst der Unterdruck zu lösen. Schieben Sie einen sauberen Finger zwischen Baby und Brust. So vermeiden Sie unnötigen Zug auf den Brustwarzen. Das hilft, wunden Brustwarzen vorzubeugen.

Genießertrinker oder kleine Schluckspechte

Manche Säuglinge trinken zügig, andere recht gemächlich. Möchte Ihr Kind nach der ersten Seite dösen, aufstoßen, umherschauen oder gewickelt werden? Ist es schon nach einer Seite satt oder möchte es auch zügig die zweite Seite trinken? Trinkt Ihr Baby genüsslich und schläft beim Stillen ein, hilft häufiges Wechseln der Seite oder Wickeln nach der ersten Brust, um es wach genug zu halten.

 

Das Stillen gelingt viel einfacher, wenn das Baby nicht aufgeregt ist oder weint. Achten Sie auf frühe Zeichen Ihres Babys, dass es gestillt werden möchte. Ein Kind, dessen Bedürfnisse erkannt und befriedigt werden, fühlt sich sicher und entwickelt Vertrauen.

Flasche, Schnuller, Hütchen – Verwirrung oder echte Hilfe?

Sauger – nicht in der Anfangszeit

 

Aus Mamas Brust trinkt es sich anders als aus Fläschchen mit Silikon- oder Kautschuksaugern. Manche Babys sind irritiert, wenn beim Milchtrinken gewechselt wird („Saugverwirrung“). Haben Sie sich fürs Stillen entschieden, sollten Sie am besten in den ersten zwei Monaten auf Schnuller und Sauger von Trinkflaschen ganz verzichten. Vorausgesetzt natürlich, Ihr Baby benötigt nicht aus medizinischen Gründen zugefütterte Nahrung.

 

Tee oder zusätzliches Wasser braucht ein voll gestilltes Kind auch im Sommer nicht. Das Saugbedürfnis kann es an der Brust stillen und hält so auch die Milchbildung in Gang. Schnuller sollten in dieser ersten Zeit am besten nur zur Beruhigung eingesetzt werden, wenn die Brust gerade nicht gegeben werden kann.

 

 

Hütchen für gestresste Brustwarzen

 

Stillhütchen aus Latex oder Silikon können dem Baby das Saugen erleichtern. Sie sind aber eher eine vorübergehende Überbrückung. Die Stillhütchen sind wie eine Brustwarze geformt und werden vor dem Stillen aufgelegt. Sie müssen in Form und Größe zur Brust und zur Größe des Kindes passen.

 

Diese Stillhilfen können bei wunden Brustwarzen helfen, damit diese abheilen können. Oder bei Flach- und Schlupfwarzen das Stillen ermöglichen. Auch Frühchen oder kranke Kinder können mit Stillhütchen unterstützt werden. Es ist auf jeden Fall ratsam, sich ausführlich zu informieren. Hebammen, die La Leche Liga oder Laktationsberaterinnen IBCLC können Ihnen mit Tipps zum Stillen weiterhelfen.

Los geht’s mit Brei – kleine Schritte, kleine Portionen

Muttermilch bleibt auch dann ein hochwertiges Nahrungsmittel, wenn das Kind schon gerne isst. Das belegen zahlreiche Studien. Die Welt-Gesundheits-Organisation WHO empfiehlt, sechs Monate lang voll zu stillen. Danach sollte zusätzlich gestillt werden, bis das Kind zwei Jahre alt ist.

 

Etwa mit einem halben Jahr interessieren sich die meisten Kinder von Natur aus zunehmend für das, was die Größeren so essen. Sie bekommen auch Lust, etwas zu bekauen oder zuzubeißen. Das hängt damit zusammen, dass die Zähnchen kommen. Kauen lindert den Druck der hochschiebenden Milchzähne. Für die Mutter heißt das, eine weitere wichtige Umstellungsphase beginnt.

 

 

Verdauungsprobleme beim Baby – müssen nicht sein!

 

Brei und Co. dienen am Anfang nicht zum Sattwerden. So neugierig sie meist sind, Babys können auch ausgesprochen zögerlich sein und nachdrücklich auf Vertrautem bestehen. Das mit gutem Grund, denn zu viel Neues in zu kurzer Zeit tut ihnen nicht gut. Ihr Verdauungssystem ist noch nicht ausgereift. Es muss sich erst langsam auf die Breinahrung umstellen.

Verdauungsfördernde Präparate mit lebenden Milchsäurebakterien (Probiotika) wie BiGaia® Tropfen, können dem Kind bei der Umstellung helfen. Sie stabilisieren die kindliche Darmflora. So gehören Blähungen oder Bauchschmerzen oft schnell der Vergangenheit an.
Brei essen

Die meisten Mütter beginnen mit ein paar Löffeln Gemüsebrei am Mittag und stillen danach. Nach einiger Zeit können Sie mittags ausschließlich Brei füttern. Mit Beginn der Beikost sollten die Kinder auch etwas zu Trinken bekommen. Allmählich werden auch die anderen Mahlzeiten auf Obst, Getreide- oder Milchbrei umgestellt. Bitte gehen Sie langsam dabei vor. Im Zweifel ist bewährter Brei besser als zu viel Abwechslung.

 

Die Geschmäcker der Babys sind so bunt wie eine Blumenwiese. Manche stören sich an Gemüse, andere an kleinen Stückchen. Gerne erkunden sie ihr Essen mit allen Sinnen und mantschen schon mal den Teller auf.

Stillen wenn die Zähnchen kommen

Hurra, das erste Zähnchen ist da! Aber gerade die neuen Zähnchen sind ziemlich spitz und können Mama beim Stillen wehtun. Dabei stören die ersten beiden Zähne im Unterkiefer noch nicht. Sie werden beim Saugen von Babys Zunge bedeckt.

 

Bei den meisten Kindern zeigen sich die ersten Milchzähnchen mit einem halben Jahr. Das ist aber sehr unterschiedlich und variiert von einigen Wochen bis zu einem Jahr. Anzeichen für die Zahnung sind Weinerlichkeit, Wangenröte, Fieber und Infektionen sowie Verdauungsstörungen und Sabbern.

Das hilft Frauen jetzt beim Stillen:

Ändern Sie häufig die Position des Kindes beim Saugen, es reizt dann nicht immer die gleiche Stelle.

Signalisieren Sie Ihrem Kind, wenn es zubeißt, dass Ihnen das Schmerzen bereitet. Deutliche Blicke oder eine kurze Unterbrechung des Stillens reichen meist.

Achten Sie auf glatte und gesunde Brustwarzen, kleine Risse oder Wunden können Bakterien in das Brustdrüsengewebe eindringen lassen.

Das hilft Babys beim Zahnen:

Mit Wasser gefüllte Beißringe (im Kühlschrank zwischenlagern) sowie Mohrrüben. Keine kleinen verschluckbaren Gegenstände oder solche mit behandelten und möglicherweise giftigen Oberflächen wählen.

Leichte Zahnfleischmassagen.

Kamille oder Salbei als abgekühlten Tee geben oder mit einem Wattestäbchen auf das Zahnfleisch auftupfen. Die Inhaltsstoffe der Kamille lindern leichte Entzündung und fördern die Wundheilung, Salbei hilft gegen schädliche Bakterien. In dieser Wirkstoffkombination gibt es auch Präparate für zahnende Kinder

Nelkenöl oder homöopathische Mittel aus der Apotheke.

Für Bernsteinketten ist kein wissenschaftlicher Nutzen belegt. Sie sind am Hals eher gefährlich.

Mama ist auch Frau – der kleine Wunsch nach Schönheit

Sieht Frau gut aus, fühlt sie sich wohl. Hin und wieder möchten Mütter einfach etwas für sich tun. Gerade in der Zeit der kurzen Nächte und der nicht enden wollenden Hausarbeiten.

 

 

Haare färben – neue Persönlichkeit, neuer Look

 

Vorsichtshalber verzichten viele Frauen schon in der Schwangerschaft auf das Haarefärben. Haarfärbemittel können Substanzen enthalten, die Allergien auslösen oder das Erbmaterial schädigen. Diese können theoretisch über die Haut der Mutter aufgenommen werden und in die Muttermilch gelangen. Auch beim Dauerwellen, Bleichen und chemischen Glätten der Haare kommen kritische Substanzen zum Einsatz.

Mama ist auch Frau

P-Phenylendiamin (PPD) findet in Oxidationshaarfarben Verwendung. In Deutschland ist gesetzlich geregelt, dass der Anteil maximal zwei Prozent sein darf (Inhaltsstoffe prüfen!). Es ist vorgeschrieben, dass der Stoff mit Kupplersubstanzen kombiniert sein muss. Solche Haarfärbemittel gelten als unbedenklich.

 

Auch von Naturhaarfarben können Risiken ausgehen. PPD, Farbverstärker und weitere chemische Zusatzstoffe wie das künstlich hergestellte Pigment Lawson können enthalten sein. Auch hier: Hautkontakt und Einwirkzeit so gering wie nötig halten. Rein pflanzlicher Hennafarbstoff ist vermutlich unbedenklich.

Am risikolosesten sind Tönungen und Tönungsshampoos. Die Pigmente lagern sich von außen auf jedes einzelne Haar. Die einzelnen Farbmoleküle sind nach Expertenmeinung meist zu groß, um über die Kopfhaut in den Körper zu gelangen.

 

Kleiner Tipp: Strähnchen-Frisuren sind gegenwärtig im Trend. Beim Strähnenfärben kommt nur ein Teil der Haare mit dem Färbemittel in Kontakt. Die Kopfhaut bleibt frei. Eine tolle Alternative zum Färben!

 

 

Körperschmuck

 

Die meisten Frauen entfernen bereits in der Schwangerschaft Piercings aus den Brustwarzen. So können die Schmuckstücke bei zunehmendem Wachstum der Brüste und Spannungen nicht stören.

 

Das Piercing muss in der Stillzeit auf jeden Fall entfernt werden. Fremdkörper erhöhen das Risiko von Infektionen. Auf der Oberfläche bilden sich sogenannte Biofilme, auf denen – nicht sichtbar – Bakterien siedeln. Sie könnten auf das Baby übertragen werden oder die gefürchteten Brustentzündungen hervorrufen. Auch könnte der Säugling beim Trinken behindert werden oder sogar Verletzungen im Mund erleiden.

 

Zwischen einem Piercing und einer Schwangerschaft sollten mindestens ein bis eineinhalb Jahre liegen. Die Löcher sind ohne Vernarbung gut abgeheilt kein Stillhindernis.

Supermutter?

Die hormonelle Achterbahnfahrt von Schwangerschaft und Stillzeit lässt bei Frauen manchmal Zweifel entstehen. Phasen der Müdigkeit und Erschöpfung tun ihr Übriges. Hormone sorgen aber auch dafür, dass Mütter empfänglich sind für die feinen Signale ihres Kindes. Es kann sich ja noch nicht mit Worten äußern.

 

Vielen Frauen hilft es, sich das in Erinnerung zu rufen und sich zu fragen: Ist meine Vorstellung vom Muttersein realistisch? Das gilt auch, wenn Sie nicht nach Plan stillen konnten oder einen anderen Weg gewählt haben.

 

Die Signale des Kindes wahrzunehmen und zu schauen, was fühlt sich für Sie und Ihr Kind als Team richtig an, kann Ihr persönlicher Wegweiser zu einer langen Stillzeit sein.

 

Kinder brauchen keine rundum perfekte Mutter.

Fazit – Wissen auf den Punkt gebracht

Gestillte Kinder sind gesünder, sie neigen seltener zu Allergien und Erkrankungen der Atemwege.

Frühes Stillen gleich nach der Geburt und richtiges Anlegen erleichtern den Start.

Auch bei Kaiserschnitt und Frühgeburt kann und sollte das Baby in den Genuss von Muttermilch kommen.

Die Milchmenge passt sich dem Bedarf des Kindes an.

Die Unterstützung durch eine Hebamme oder Stillberaterin wird in der Regel auch nach dem Wochenbett von den Krankenkassen bezahlt.

Verträgliche Schmerzmittel für die Mutter sind erlaubt, zusätzliche Probiotika für das Kind beugen Infektionen vor und helfen bei der Nahrungsumstellung.

Sie merken es an den Reaktionen des Kindes und an Ihrem eigenen Wohlbefinden, wann Ihr gemeinsamer Stillweg nach hoffentlich langer beschwerdefreier Zeit zu Ende geht.